Vor jeder Art von Behandlung steht die Diagnosefindung. Dazu bedarf es viel Erfahrung, da Beschwerden mannigfache Ursachen haben können. Das liegt an der Komplexität der menschlichen Wirbelsäule, die tief in unserem Körper liegt. Schmerzauslösende Strukturen sind eng benachbart. Das macht häufig den Einsatz von Röntgen oder Kernspintomographie erforderlich.
Rückenschmerzen können sehr viele Ursachen haben, so z.B. der Arbeitsplatz, degenerative Erkrankungen, Bandscheiben- und Knochenschäden oder psychosoziale Belastungen.
Marcel Proust (1871-1922), frz. Romanschriftsteller:
"Fast jeder Arzt hat eine Lieblingsdiagnose. Es gehört für ihn Überwindung dazu, sie nicht zu stellen."
Darum ist für uns die Arbeit in einem Therapeutenteam so wichtig!
- Der erste Arztbesuch, was wird gefragt, was bringe ich mit?
- Welche Untersuchungen erwarten mich?
- Wie geht es weiter?
Anamnese
Das Wichtigste ist das direkte und ausführliche Gespräch mit Ihnen.
Dafür nehmen wir uns Zeit!
Gefragt wird typischerweise :
-Welche Beschwerden haben Sie?
-Wie lange haben Sie diese Beschwerden?
-Haben die Beschwerden zugenommen oder wie lassen sie sich auslösen?
-Welche sonstigen Vorerkrankungen haben Sie?
-Was haben Sie bislang gegen die Beschwerden unternommen?
Es hat sich grad bei langer Krankheitsdauer bewährt, eine Liste der bislang erfolgten Therapien zu erstellen. Bitte bringen Sie die letzten Röntgenbilder und Untersuchungsbefunde mit.
Untersuchung
In der neurochirurgischen Diagnostik kommen orthopädische sowie neurologische Untersuchungstechniken zum Einsatz, so dass wir einen gezielten Überblick über die Beschwerden und möglicherweise Ausfälle (Lähmungen, Taubheitsgefühl etc.) gewinnen können.
Dazu gehört die nicht schmerzhafte Überprüfung der Funktion der Hirnnerven, der Muskeln, des Hautgefühls und der Reflexe.
So werden Sie vielleicht aufgefordert auf eine Treppe zu steigen oder eine Flasche zu heben.
Die Untersuchung ist schmerzfrei.
weitere Diagnostik
Je nach Untersuchungsbefund werden weitere Untersuchungen erforderlich sein. So werden vielleicht neurologische Untersuchungen wie die Elektrophysiologie (elektrische Messungen an Nerven und Muskeln) bis hin zu radiologischen Untersuchungen, insbesondere Computertomographie und Kernspintomographie organisiert werden. In einem weiteren Besuch werden die Befunde ausführlich besprochen und Therapien festgelegt.
Aber keine Sorgen: wenn Sie mit Schmerzen kommen werden diese umgehend behandelt.
Ist die Diagnose einer Nervenwurzelkompression durch einen Bandscheibenvorfall oder eine knöcherne Wirbelkanaleinengung einmal gestellt, kann gezielt die Therapie beginnen.


